DENEAULT SPRINGS FISHERY AREA

Rolling, Wisconsin, USA

Blayne Zeise, Snapshot Wisconsin
Jennifer Stenglein, Snapshot Wisconsin, Wisconsin Department of Natural Resources, United States Fish and Wildlife Service Pittman-Robertson Wildlife Restoration Program

Mit 169’639 Quadratkilometern ist der US-Bundesstaat Wisconsin ungefähr zwölfmal so gross wie die Schweiz. Fast die Hälfte seiner Fläche ist von Wald bedeckt. Hier betreibt das auf Freiwilligenarbeit basierende Forschungsprojekt Snapshot Wisconsin ein landesweites Netz von Kamerafallen.

Die Kamerafallen von Snapshot Wisconsin generieren einen kontinuierlichen Datenstrom, mit dessen Hilfe Forscher:innen die Wildtiere des Bundesstaates überwachen. Zum Beispiel können sie auf Grundlage der Kamerafallendaten herausfinden, nach welchen Mustern verschiedene Tierarten verteilt sind und wie sie sich im Laufe von Tagen oder Jahren verhalten.

Kamerafallen sind eine kosteneffiziente Methode, um grosse räumliche und zeitliche Datensätze zu erfassen. Allerdings ist die Auswertung dieser Datenmengen sehr zeitaufwändig. Aus diesem Grund setzt Snapshot Wisconsin auf die Hilfe von über 1’800 Freiwilligen. Diese citizen scientists sind für den Betrieb der über 2’000 Wildkameras zuständig, laden die Bilder hoch und helfen auch bei ihrer Klassifizierung. Seit 2015 ist so eine Datenbank mit mehr als 62 Millionen Fotos entstanden.

Blayne Zeise ist einer dieser Freiwilligen. Als er gebeten wurde, eine Kamera für Triggered by Motion einzurichten und zu überwachen, wählte er den Standort aufgrund von zwei Faktoren aus. Erstens musste er über eine kurze Wanderung erreichbar sein, da Blayne häufig nach der Kamera sehen musste, um Daten abzurufen und die Batterien zu wechseln. Zweitens wusste er, dass der Ort wegen seiner hohen Artenvielfalt geeignet sein würde.

Blaynes Kamera zeichnete in der Tat viele Wildtiere auf. Am häufigsten hat sie Weisswedelhirsche (Odocoileus virginianus) und Waschbären (Procyon lotor) gefilmt. Graue (Sciurus carolinensis) und rote Eichhörnchen (Sciurus vulgaris), Streifenhörnchen (Neotamias minimus), Kragenhühner (Bonasa umbellus) und Kojoten (Canis latrans) erscheinen gelegentlich auf den Aufnahmen, und selten tauchen Haushunde (Canis familiaris), Buntspechte (Dryocopus pileatus), Blauhäher (Cyanocitta cristata), Rotluchse (Lynx rufus) und Rotfüchse (Vulpes vulpes) auf. Sogar Langschwanzwiesel (Neogale frenata), Flughörnchen (Pteromyini) und amerikanische Schwarzbären (Ursus americanus) hat Blaynes Kamera festgehalten.

a bear spotted by Snapshot Wisconsin

Einige wichtige Arten fehlen jedoch in den Aufnahmen, obwohl sie von anderen Snapshot Wisconsin-Kamerafallen in der Vergangenheit bereits erfasst wurden. Eine dieser Arten ist der →Schreikranich (Grus americana): Er ist wegen der Zerstörung von Feuchtgebieten und weil er im 19. Jahrhundert übermässig gejagt wurde weltweit bedroht. Dank zahlreichen Schutzbemühungen und Zuchtprogrammen konnte der Schreikranich im letzten Jahrhundert zwar vor dem Aussterben bewahrt werden – als gefährdet gilt er aber immer noch.

Die Kamerafallen-Aufnahmen, die Blayne und die anderen Freiwilligen von Snapshot Wisconsin sammeln und klassifizieren, liefern aussagekräftige Daten zur Dynamik von Wildtierpopulationen. Letztlich ermöglichen sie Forscher:innen und politischen Entscheidungsträger:innen, fundierte Entscheidungen zum Management von Wildtieren zu treffen. Das macht Snapshot Wisconsin zu einem wirklich von der Bevölkerung getragenen Projekt.